Die EU kürzt die Fangquoten für die Ostsee gewaltig

Die EU kürzt die Fangquoten für die Ostsee gewaltig

Die Ostsee ruft um Hilfe, schließlich schrumpfen die Fischbestände trotz aller Maßnahmen immer mehr. Das Wasser wird von Jahr zu Jahr verschmutzter, die Temperatur des Wassers steigt und steigt. Daher gehen auch die Fischbestände immer weiter zurück. Die EU hatte daher keine andere Wahl, als die Fangquoten für Dorsch und Hering weiter zu reduzieren. Das ärgert die Fischer an den Küsten. Sie fühlen sich als Opfer der Regulierung. Doch wer trägt wirklich die Schuld an der alarmierenden Situation?

Fisch und Fischersterben voraus

Die eingeschränkten Fangquoten führen dazu, dass die Fischer oft nur noch Aalmuttern und Flunder fangen können, doch damit lässt sich nur wenig Geld verdienen. Diese Fische haben keine Fangquote, daher können die Fischer dorthin ausweichen, doch das reicht nicht zum Leben. Kein Wunder also, dass die Zahl der Fischer und Fischereibetrieben immer weiter zurückgeht. Diese ist in den letzten 30 Jahren um rund 85 Prozent zurückgegangen. Das ist auch auf die drastische Reduktion der Fangquoten zurückzuführen. Das lässt sehr gut an den aktuellen Zahlen ablesen. Durften im Jahr 2019 in der Ostsee noch 3.000 Tonnen Hering gefangen werden, so sind es in diesem Jahr nur noch 1.000 Tonnen. Das ist ein Rückgang um zwei Drittel. Auch beim Dorsch sieht es nicht viel besser aus. Dort beträgt der Rückgang 60 Prozent. Aktuell dürfen die Fischer nur noch 260 Tonnen aus dem Wasser holen. Das passiert nicht ohne Grund.

Die scharfen Maßnahmen sollen dabei helfen die Fischbestände wieder zu stabilisieren. Die geringen Quoten sind ein Betrag zur Erholung der stark dezimierten Bestände. Umweltorganisationen wie Greenpeace sind damit aber noch nicht zufrieden. Sie weisen darauf hin, dass auch die einzige in Deutschlands Gewässern lebende Walart, der Schweinswal, bereits gefährdet sei. Der Grund liege in der Art der Fischerei. Der Wal wird immer noch mit großen Schleppnetzen gefangen, das bringt die Bestände unter Druck. Längst haben die Umweltschützer Protestaktionen organisiert und vor der Insel Rügen Granitblöcke versenkt.

Immer wärmeres Wasser

Zu all diesen Problemen kommt auch noch die fortschreitende Erwärmung der Gewässer. Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilt, hat sich die Nordsee seit dem Jahr 1975 um 1,3 Grad erwärmt. Noch schlimmer sieht es in der Ostsee aus. Dort stieg die Temperatur des Wassers seit dem Jahr 1982 gar um 1,8 Grad. Diese Veränderung der Wassertemperatur wirkt sich erfahrungsgemäß sofort auf die Fischbestände aus. Die lokalen Fischer kritisieren, dass zahlreiche große Boote aus Dänemark die Bestände Dorsch befischen, die sie schonen. Selbst aus Polen kommen Boote, um in der Ostsee zu fischen. Trotz Strafzahlungen geht das Fremdfischen offenbar weiter.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Fischbestände ist die Verschmutzung. Flüsse und Bäche transportieren die Nährstoffeinträge der Landwirtschaft in das Binnenmeer Ostsee. So gelangen Phosphate und Stickstoff ins Wasser. Dies hat in den flachen Küstengebieten fatale Auswirkungen. Die Düngemittel gefährden das labile Ökosystem. Gemeinsam mit der Erwärmung des Wassers bedroht dies den Lebensraum der Fische.

Immer wärmeres Wasser
Immer wärmeres Wasser

Ein Weg dem entgegenzuwirken, wäre die geplante Düngeverordnung. Diese soll die Landwirte dafür honorieren, wenn sie umweltfreundlicher wirtschaften. Trotz Protesten sind sich Umweltschützer und die Politik einig. Die Düngemittel müssen reduziert werden. Die EH hat hier ehrgeizige Ziele. Bis zum Jahr 2030 sollen rund 50 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel und 20 Prozent weniger Dünger auf den Äckern eingesetzt werden. Noch haben die Dorsche und Heringe eine Chance.

Ludwig