Der Tag der Fische rückt die Krise der Meere in den Fokus

Der Tag der Fische rückt die Krise der Meere in den Fokus

Der 22. August gilt als Tag der Fische und als Erdüberlastungstag. Er rückt die Krise der Meere und ihrer Bewohner in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der Erdentlastungstag ist jener Tag des laufenden Jahres, an dem der Mensch alle natürlich vorhandenen Ressourcen auf der Erde für das aktuelle Jahr aufgebraucht hat. Umgelegt auf die Fischbestände bedeutet dies, dass ab sofort mehr Fische gefangen werden, als in diesem Jahr nachwachsen können. Dies hat maßgebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Diese Entwicklung bedroht nicht nur die maritimen Ökosysteme, sondern auch das Klima. Die Deutsche Umwelthilfe zeigt auf, wie zerstörerische Aquakultur-Lieferketten wirken und welche Auswirkungen eine nachhaltige Fischerei auf das Klima hätte.

Eine nachhaltige Fischerei hilft allen

Sie würde helfen die Erwärmung des Planeten zu verlangsamen, dies gilt ebenso für eine konsequente Schaffung von Schutzgebieten. Aktuell sind die Meere massiv bedroht. Dies kommt durch zu wenige Schutzgebiete, von zu viel Fischerei und durch die Lieferketten der Aquakulturen zustande. Wer die Klimakrise jedoch bewältigen will, benötigt auch intakte Ökosysteme. Dazu zählen selbstverständliche gesunde Meere. Immerhin haben diese bis heute rund 90 Prozente der überschüssigen Wärme absorbiert, die der Mensch produziert. 30 Prozent aller Kohlenstoffemissionen werden von den Gewässern gebunden. Es ist daher im eigenen Interesse von Menschen, die Meere gesund zu halten. Die Situation bei den Fischbeständen ist alarmierend. In Europa sind rund 40 Prozent der wirtschaftlich genutzten Populationen überfischt. Weltweit ist die Situation noch dramatischer. Dort sind gar zwei Drittel der Bestände überfischt. Das hat dazu geführt, dass einige Arten gar nicht mehr bewirtschaftet werden können. Dazu zählen etwa der westliche Hering und der östliche Dorsch in der Ostsee.

50 Prozent Schutzflächen in der Ostsee

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, führte dazu aus, dass eine Überfischung die marinen Ökosystems anfälliger für die Auswirkungen des Klimawandels machte. Mit einem Ende der Überfischung macht man die Fischpopulationen automatisch widerstandsfähiger. Ein nachhaltiges Fischereimanagement und ein Schutz von Meeresgebieten könne dabei Abhilfe schaffen. Die Umweltorganisation fordert ein entschlosseneres politisches Vorgehen. So sollten die Schutzgebietsflächen in der Ostsee zukünftig mindesten 50 Prozent betragen, diese müssten für die kommerzielle Nutzung tabu sein. Nur so lassen sich effektive Rückzugsräume für die Fische erschaffen. Diese sind wiederum die Grundvoraussetzung für die Erholung der Populationen. Was auf den ersten Blick aussieht, wie die Rettung der Bestände erweist sich als das genaue Gegenteil.

50 Prozent Schutzflächen in der Ostsee
50 Prozent Schutzflächen in der Ostsee

Fischzucht verschärft die Situation

Die Aquakulturen zählen zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweigen bei der Nahrungsmittelerzeugung. Doch auch diese trägt stark zur Überfischung der Meere bei. Denn rund 20 Prozent aller gefangenen Fische landen als Fischmehl oder Fischöl in den Futtermitteln für die gezüchteten Fische. Diese beinhalten auch noch Soja, das in Südamerika zur Abholzung von artenreichen Tropenwäldern führt. Auch dies heizt die Klimakrise weiter an, schließlich setzt diese Entwicklung den gespeicherten Kohlenstoff frei. Verbraucher sollten daher verstärkt auf bestimmte Dinge beim Kauf von Fisch achten. Bevorzugt sind regionale Fischprodukte, bzw. Aquakulturen, die auf die Fütterung von Wildfisch verzichten.

Ludwig