Der Skrei ist ein Kabeljau Deluxe

Der Skrei ist ein Kabeljau Deluxe

Wer den Speisefisch Kabeljau schätzt, wird vom Skrei begeistert sein. Dabei handelt es sich gewissermaßen um eine Luxus-Variante des Kabeljaus. Das Fleisch des Fisches ist mager, aromatisch und fest. Man kann ihn sowohl gebraten, als auch gedämpft, geschmort oder pochiert vorzüglich zubereiten. Beim Braten oder beim Grillen sorgt die Haut des Skrei dafür, dass sein Fleisch saftig bleibt und wird sehr knusprig. Zum Fisch passt hervorragend eine Weißweinsauce oder Olivenöl, genauso wie asiatische Aromen. Selbstverständlich eigenen sich auch Gemüse und Petersilienkartoffeln bestens zu dem beliebten Fisch.

Er kommt von jenseits des Polarkreises

Doch der Skrei ist ein saisonaler Genuss. Es handelt sich dabei um einen norwegischen Kabeljau, der bei uns nur beschränkt erhältlich ist. Sein „Hauptwohnsitz“ befindet sich vor den Lofoten in Norwegen. Dort findet jedes Mal aufs Neue ein unglaubliches Schauspiel statt. Einmal im Jahr kommen die großen Schwärme des Skreis von der eisigen Barentssee. Dieses Randmeer des Arktischen Ozeans liegt nördlich von Norwegen und dem europäischen Teil Russlands. Die Fische nutzen die Lofoten als Winterquartier bis zum April. Danach geht es wieder zurück zur Barentssee. Während ihrer Reise legen die Skreis eine Distanz von 800 Kilometern zurück. Diese jährlichen Wanderungen haben dem Fisch auch seinen ungewöhnlichen Namen gegeben. Denn im Norwegischen heißt wandern schlicht und einfach „å skride“.

Nicht leicht zu fangen

In Norwegen schätzen die Menschen ihre Wintergäste ganz besonders. Schließlich ist der Fisch das größte Exportgut der Inselkette der Lofoten. Doch er lässt sich nicht so ohne weiteres einfangen. Um an die begehrten Fische zu kommen, müssen die Fischer ein hohes Risiko nehmen. Sie trotzen tosenden Stürmen und eisiger Kälte. Die reißenden Strömungen in dieser Gegend machen den Fang zu einem gefährlichen Unternehmen für die Fischer. Der Skrei wird mit Lang- und Handangelleinen gefischt, hin und wieder kommen auch kleinere Netze zum Einsatz. Doch Norwegen achtet offenbar sehr auf den Fischbestand, denn es hat entsprechende Schutzbestimmungen erlassen. Diese Bemühungen sind bisher von Erfolg gekrönt, die Bestände des Skreis konnten dauerhaft bewahrt werden.

Nicht leicht zu fangen

Die Lebensgrundlage der Lofoten und ihrer Bewohner

Deshalb erwarten die Fischer jedes Jahr im Januar aufs Neue gespannt die Ankunft des Skreis. Wenn der ausgewachsene Winterkabeljau seine lange Reise beendet hat, findet er in den Bedingungen der Lofoten einen optimalen Lebensraum für seine Bedürfnisse im Winter. Der Fisch ist seit ewigen Zeiten die Lebensgrundlage der Bewohner der Lofoten. Dementsprechend zollen sie ihm auch den gebührenden Respekt. Sie fischen den Winterkabeljau so gut es geht auf traditionelle Weise. Das passiert so lange, bis er sich im Frühling wieder in seine ursprünglichen nährstoffreichen Gewässer in der Barentssee begibt. Jenseits des Polarkreises fühlt sich der Skrei am wohlsten. Diese verlässt er nur für wenige Monate im Jahr. Zum Glück für die Bewohner der Lofoten und für die zahlreichen Liebhaber des Fisches. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich diese Köstlichkeit bei nächster Gelegenheit nicht entgehen lassen. Der Skrei ist immer eine kulinarische Sünde wert.

Ludwig

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