Das sollte man über den Skrei wissen

Das sollte man über den Skrei wissen

Der norwegische Winterkabeljau hält sich von Januar bis April in seinem Winterquartier auf. Dann haben die Fischer Gelegenheit diese kulinarische Köstlichkeit aus dem Meer zu fischen. Seine Heimat hat der Skrei in der Barentssee. Um an die norwegische Küste zu gelangen muss der Fisch mehrere hunderte Kilometer zurücklegen. Nachdem er seine Geschlechtsreife im Alter von fünf bis sieben Jahren erreicht hat, macht sich dieser Kabeljau zum ersten Mal auf seine große Reise.

Der Winterkabeljau unterscheidet sich auch optisch von seinem Bruder dem norwegischen Küstenkabeljau. Er wird schwerer und länger und hat darüber hinaus auch noch einen langen Bartfaden am Kinn. Seine Kopfform ist etwas anders, und zwar spitzer als gewöhnlich. Die beiden Fische unterscheiden sich auch genetisch voneinander. Warum sich die beiden Arten nicht kreuzen ist bis heute nicht bekannt.

Der Wanderer laicht an den Lofoten

Wenn der Skrei erstmals zu laichen beginnt, wandert er nach Süden an die norwegischen Gewässer der Lofoten. Dort ist das Wasser, dank dem Golfstrom etwas wärmer. Die Temperatur beträgt zwischen vier und sechs Grad und das in einer Tiefe von 40 bis 100 Metern. Diese Umgebung benötigt der Skrei zum Laichen. Pro Saison laicht der Fisch im Schnitt bis zu fünf Millionen Eier. Um diese Gewässer zu erreichen, nimmt er eine Distanz von bis zu 1.000 Kilometer auf sich. Das hat sich seit hunderten von Jahren nicht geändert. Daher stammt auch sein Name, dieser bedeutet übersetzt aus dem Norwegischen „Der Wanderer“.

Streng kontrollierte Fangquoten sichern den Bestand

Obwohl der Fisch nur während der Fangsaison von Januar bis April gefangen werden kann sind seine Bestände in Norwegen nicht gefährdet. Ganz im Gegenteil, sie zählen zu den größten und nachhaltigsten der Welt. Die ist nur möglich, weil Norwegen auf ein nachhaltiges Fischereimanagement setzt. Das war nicht immer so. Vor rund 30 Jahren waren die Bestände gefährdet. Als erste Nation der Welt entwickelte Norwegen darauf hinaus ein Nachhaltigkeitskonzept. Dieses gilt mittlerweile vielen Ländern als Vorbild. Darin enthalten sind nicht nur angemessene Fangquoten, sondern auch ein Rückwurfverbot, strenge Auflagen für den Fischfang, und laufende Kontrollen auf Einhaltung der Vorschriften. Dies hat sich in der Zwischenzeit offenbar bewährt, die dramatische Situation konnte bereinigt werden. Mittlerweile ist die jährliche Laichmasse um ein Vielfaches angestiegen, sie beträgt derzeit 1, 5 Millionen Tonnen pro Jahr. Die jährliche Fangquote des Skrei beträgt derzeit 993.000 Tonnen pro Jahr. Diese Quote wird von Norwegen und Russland geteilt. In Norwegen werden daher jährlich 413.000 Tonnen des Speisefisches gefangen.

Streng kontrollierte Fangquoten sichern den Bestand
Streng kontrollierte Fangquoten sichern den Bestand

Damit sich die Konsumenten auf die gute Qualität des streng regulierten Fischfangs verlassen können, gibt es mittlerweile ein eigenes Skrei-Zeichen. Dieses garantiert, dass der Fisch nach den festgelegten Kriterien gefangen, verarbeitet und verpackt wurde. Fische, die nach der amtlichen Qualitätsnorm beschrieben sind erhalten ein Sonderqualitätsprädikat und dürfen sich Skrei nennen. Damit haben die Fischliebhaber die Sicherheit, dass der Fischfang nachhaltig betrieben wird. Die Norm schreibt beispielsweise vor, dass der Skrei nur mit Handangeln oder einer Langleine gefangen werden darf. Zwischen dem Fang und der Verarbeitung dürfen nur maximal zwölf Stunden liegen, dann wird der Fisch bei einer Temperatur zwischen null und vier Grad Celsius auf Eis gelegt. Die Produktionsbetriebe werden von unabhängigen Stellen zertifiziert. Derzeit gibt es in Norwegen 49 dieser Qualitätsbetriebe, seit 2005 ist die Bezeichnung Skrei eine geschützte Marke.

Ludwig

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